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News & Analysis

Neue japanische Stiftung präsentierte sich auf Expo 2015 als Partner für nachhaltige Entwicklung

Von Robert Johnson

BERLIN/MAILAND (IDN) – "Es geht darum, durch globales Handeln die Zukunft unseres Planeten und das Recht künftiger Generationen auf ein gesundes und erfülltes Leben überall auf der Welt zu sichern", heißt es im Bericht über die Menschliche Entwicklung 2011, einer unabhängigen, von dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in Auftrag gegebenen Publikation. "Dies ist die große Herausforderung für die Entwicklung im 21. Jahrhundert."

Diese zentrale Botschaft dient als Einleitung zu der Präambel der 'Charta von Mailand', die am 16. Oktober in Italien offiziell an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben wurde. Gewissermaßen als 'Vermächtnis' der Expo 2015 in Mailand, die unter dem Oberthema ''Feeding the Planet – Energy for Live' steht und nach 184 Tagen am 31. Oktober zu Ende geht.

Wie Verantwortliche der Weltausstellung hervorhoben, hatten Vertreter von 145 Ländern, drei internationalen Organisationen und etlichen unabhängigen Gruppen die einmalige Chance, im Zeichen von Kultur und Wissenschaft, Innovation und Tradition, Nachhaltigkeit und Solidarität zusammen zu kommen. Die Devnet Tokyo Foundation war es nicht-offizieller Teilnehmer der Expo 2015 dabei. Die Stiftung brachte ein breites Spektrum von Ausstellern zusammen, die das Ziel verfolgen, allen Menschen Zugang zu sicheren und nahrhaften Lebensmitteln, sauberem Wasser und Energie zu geben und ihnen somit ein Leben in Würde zu garantieren.

Ökologische Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit

Der Vorsitzende der Devnet Tokyo Foundation, Fumiyasu Akegawa, unterstrich eine weitere zentrale Botschaft, die im Bericht über die menschliche Entwicklung enthalten ist: "Es ist von entscheidender Bedeutung, den Zusammenhang zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zu verstehen, wenn wir die menschlichen Freiheiten für die derzeitigen und künftigen Generationen erweitern wollen."

Die Stiftung wurde im März 2013 als Teil des globalen Netzwerks der in Rom ansässigen Organisation Devnet International gegründet, die seit 1995 einen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) innehat. Devnet International beteiligte sich im Gegensatz zu der Stiftung nicht an der Expo 2015.

Devnet Tokyo hatte in Mailand erstmals die Möglichkeit, sich einem globalen Publikum vorzustellen. Akegawa zeigte sich bestrebt, der Welt außerhalb von Japan die deutliche Botschaft zu vermitteln, dass eine neue, nicht-staatliche Organisation in der Lage sei, mit etablierten, größeren Akteuren zusammen zu kommen.

Die Partner von Devnet Tokyo, die sich vom 1. bis 31. August als Aussteller auf der Expo präsentierten, stellten unter anderem eine mit Wärmekraft betriebene Klimaanlage für Mehrzweckgebäude, Pflegeheime, Fabriken, Lagerhallen, Gewächshäuser und Sporthallen vor. "Wir glauben an saubere, nachhaltige und einfache Technologien", sagte Mitsugi Ikeda, Geschäftsführer des Unternehmens, das diese Technologien für kleine, mittelständische und große Firmen attraktiv machen will.

Geothermie bietet großes Zukunftspotenzial

Wärmeenergie ist kosteneffizient, verlässlich, nachhaltig und umweltfreundlich. In der Vergangenheit konnte sie aber nur in Gebieten in der Nähe von tektonischen Plattengrenzen gewonnen werden. Nach Einschätzung von Fachleuten haben die jüngsten technologischen Fortschritte die Bandbreite und den Umfang nutzbarer Ressourcen erheblich vergrößert, insbesondere bei den Hausheizungen. Diese Neuerungen bieten das Potenzial für eine weit verbreitete Nutzung dieser Energiequelle.

Experten räumen ein, dass bei Geothermiebohrungen auch Treibhausgase freigesetzt werden, die tief in der Erde eingeschlossen waren. Diese Emissionen seien jedoch energetisch schwächer als der durch fossile Brennstoffe verursachte Gasausstoß. Wärmekraft hat also das Potenzial, die Auswirkungen der globalen Erderwärmung abzumildern, wenn sie als Alternative zu fossilen Brennstoffen genutzt wird.

Ein weiterer Partner der Devnet Tokyo Foundation ist ein Unternehmen, das die Versiegelung 'Nano Shine' produziert. Tomokazu Kanda, Präsident und Geschäftsführer der Firma, erklärte: "Wir setzen uns dafür ein, durch diese neue Schutzversiegelung für private und öffentliche Transportmittel, Schiffe, Flugzeuge und sogar Gebäude die Umwelt zu schonen, indem wir für die Herstellung nur Mineralerze und Wasser statt Chemikalien verwenden." Diese einfache Technologie werde nicht nur in Japan, sondern auch in anderen asiatischen Ländern eingesetzt, die einer wachsenden Zahl europäischer Staaten als Vorbilder dienen könnten.

Nährstoffe durch neue Verfahren verdaulich machen

'Gesund essen – gesund leben' war das Motto eines weiteren Ausstellers in dem von der Devnet Tokyo Foundation koordinierten Pavillon. Yukiko Yajima, deren Unternehmen sich mit Ernährungssicherheit befasst, erklärte den Besuchern ihres Standes, dass ungeschälter Reis zusätzliche Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe biete. 95 Prozent der Nährstoffe von braunem, ungeschältem Reis seien in der Außenhülle des Korns enthalten, die bei der Produktion zu Kleie verarbeitet werde.

Um Reiskleie verdaulicher zu machen, hat Yajima ein neues Produkt namens 'Bran Tresor' entwickelt, das mittels eines speziellen Verfahrens zur Aufspaltung von Enzymen die Verdauung erleichtert. Sie sprach von einem "gesunden Nahrungsmittel für alle Altersgruppen", das den Körper entgifte, Darmträgheit entgegenwirke und die Haut durch einen Anti-Aging-Effekt verschönere.

Auf der Expo stellte Devnet Tokyo außerdem renommierte Partner aus der Forschung vor, wie den sri-lankischen Wissenschaftler Ahmed Mumtaz Masoon Cassim und den Japaner Masami Nakakubo, die sich beide auf unterschiedlichen Gebieten der nachhaltigen Entwicklung widmen. Cassim war früher Vizekanzler der privaten Ritsumeikan-Universität in Kyoto und Präsident der Ritsumeikan Asia Pacific University (APU).

Nakakubo ist der Exekutivdirektor der Firma J.C. Services, die ressourcenschonende Systeme plant, entwirft, baut und betreibt. Im März dieses Jahres erstellte er für Sri Lanka eine Machbarkeitsstudie unter dem Titel 'Smart Community and the Like in the Global Market'.

Sein Unternehmen bietet hoch entwickelte Photovoltaik-Anlagen unter anderem für Gebäudedächer staatlicher und privater Institutionen an. J.C. Service engagiert sich außerdem im Katastrophenschutz, indem es die Kapazitäten für die Wasser- und Energieversorgung von Systemen erhöht, die die Gesamtheit der Ressourcen schonen. Durch Photovoltaik-Anlagen wird zugleich ein zusätzlicher Stromnachschub bereitgestellt. (Deutsche Übersetzung: Corina Kolbe | 27.10.2015)

Dieser Artikel ist Teil eines gemeinsamen Medienprojekts von IDN, Global Cooperation Council und Devnet Tokyo.

Bild: Der Geschäftsführer der Devnet Tokyo Foundation, Akegawa (links) im Gespräch mit Besuchern der Expo 2015 in Mailand - Bild: Devnet Tokyo

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