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The adoption of the 2030 Sustainable Development Agenda, with its core set of 17 Sustainable Development Goals (SDGs), are the UN’s blueprint for achieving a happier and healthier world by 2030. But how do we all manifest these goals in our own lives? The Be the Change Initiative provides an opportunity for all of us to better “walk the talk” when it comes to the SDGs. This initiative guides and encourages us to live more sustainable in work and at home by changing our consumption patterns, using active transport such as cycling, and buying local foods.

News & Analysis

Entwicklung: Südkoreas Strategie 'Saemaul Undong' hilft UN bei Umsetzung der SDGs

Von Aruna Dutt und Valentina Ieri

NEW YORK (IPS) - Mehr als 3,3 Milliarden Menschen auf der Welt leben in ländlichen Gebieten. Die Agrarentwicklung ist daher ein zentraler Pfeiler der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die im September auf einem UN-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in New York verabschiedet wurde. Südkorea kann der Weltgemeinschaft nun als Vorbild bei der Umsetzung des 'Aktionsplans für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand' dienen.

Einen Tag nach der einstimmigen Annahme der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) am 25. September richteten das Entwicklungszentrum der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), das südkoreanische Außenministerium und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) gemeinsam eine Veranstaltung aus, auf der über Wege zur Erreichung der SDGs in den Entwicklungsländern diskutiert wurde.

Der Fokus lag auf dem 'Neuen Ruralen Entwicklungsparadigma' sowie dem 'Inklusiven und Nachhaltigen Neuen Gemeinschaftsmodell', bei dem das erfolgreiche Programm 'Saemaul Undong' in Südkorea Pate steht. Die 'Bewegung Neues Dorf' war 1970 von dem damaligen Staatschef Park Chung-hee initiiert worden, um den Lebensstandard in ländlichen Regionen zu heben, indem die Bewohner zu mehr Eigeninitiative angeregt wurden.

Ban: Kein globaler Fortschritt ohne globale Entwicklung

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der von Januar 2004 bis November 2006 Außenminister Südkoreas war, sagte auf dem Treffen in New York: "Die Führer der Weltgemeinschaft haben sich verpflichtet, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Wir haben versprochen, niemanden zurückzulassen, auch nicht die Familien in ruralen Gebieten. Ohne Entwicklung auf lokaler Ebene wird es keinen globalen Fortschritt geben."

Ban lobte das koreanische Modell und äußerte die Hoffnung, dass seine Grundsätze anderen Entwicklungsländern neue Anstöße geben könnten. "Die ländlichen Regionen Koreas haben den Übergang von Armut zu Wohlstand geschafft", erklärte er. 'Saemaul Undong', dessen Zielsetzungen den SDGs entsprächen, könne daher als neues rurales Enwicklungsparadigma für nachhaltige Prosperität in der Welt betrachtet werden.

Die südkoreanische Staatspräsidentin Park Geun-hye erklärte auf dem Treffen, dass ihr Land mit UNDP und OECD zusammenarbeite, um die 'Bewegung Neues Dorf' an die spezifischen Bedingungen in anderen Staaten anzupassen. "'Saemaul Undong' hat Korea aufgerichtet und unsere Gesellschaft verändert. Wir waren eines der ärmsten Länder der Welt und zählen inzwischen zu den 15 größten Volkswirtschaften. Außerdem gehören wir zu den größten Gebern internationaler Entwicklungshilfe."

'Saemaul Undong' brachte Südkoreas Wirtschaft entscheidend voran

Obwohl die Entwicklung Südkoreas zumeist mit dem industriellen Boom in dem Land in Verbindung gebracht wird, sieht auch der Stellvertreter des ständigen Vertreters Südkoreas bei den UN, Botschafter Choonghee Hahn, 'Saemaul Undong' als ausschlaggebend für das Vorankommen des Staates in den Siebzigerjahren und als Anstoß für die spätere umweltfreundliche Entwicklung in Zeiten rascher Urbanisierung und Industrialisierung.

Wie Hahn im Interview mit IPS erklärte, sind die Aspekte, die 'Saemaul Undong' im Wesentlichen von anderen Entwicklungsstrategien unterscheiden, bei Projekten in etwa 30 Staaten weltweit berücksichtigt worden. Darunter fallen Äthiopien, Uganda, Ruanda, Tansania, Afghanistan, Myanmar, Laos und Kambodscha, wo die Grundsätze unter anderem in Projekte zur Gleichstellung der Geschlechter oder zur Stärkung der Menschenrechte einfließen.

Park Chung-hee, der Vater der amtierenden südkoreanischen Präsidentin, hatte in den Siebzigerjahren jedem Dorf in seinem Land Zement und Stahl bereitgestellt. Die Gemeinden, die diese Ressourcen besonders gut einsetzten, erhielten zur Belohnung weitere Mittel. Die Regierung setzte somit Anreize für effiziente Arbeit und stärkte den Gemeinschaftsgeist. Die Bewohner der ländlichen Regionen kamen zu der Überzeugung, dass sie selbst die Zukunft ihrer Dörfer mitgestalten konnten.

Flaggen und Lieder sollten die Motivation der Bevölkerung fördern. "Musik ist daher ein wichtiger Teil des Entwicklungsprozesses", sagte Hahn. Zwei der beliebtesten Lieder, die in den Landgemeinden gesungen wurden, stammen von Präsident Park. 'Jal Sala Boseh' verheißt den Menschen Reichtum und Wohlstand, während 'Saebyuck Jong-i Ulryutneh' vom Beginn eines neuen Tages handelt, an dem gemeinsam ein neues Dorf gebaut wird.

Als Triebfedern für Wachstum hob Hahn inbesondere den starken Glauben an die Autarkie Südkoreas und den Willen hervor, die Abhängigkeit von auswärtigen Hilfen zu reduzieren. In der Folge seien mehr nachhaltige Projekte geschaffen worden, die bereits in den früheren Achtzigerjahren mehr aus Mitteln der Dorfgemeinschaften statt aus den Staatskassen finanziert wurden.

Koreanische Frauen verstärkt für Führungsaufgaben ausgebildet

Seoul unterstützte den Aufbau von 'Saemaul'-Ausbildungszentren, in denen die zentrale Regierung mit lokalen Beamten und der Bevölkerung bei der Umsetzung von Projekten zusammenarbeitete. Dazu gehörte unter anderem die Fortbildung von Frauen, die  Führungsaufgaben übernehmen sollten. Jedes Dorf entsandte zwölf gewählte Vertreter in die Zentren, unter denen mindestens eine Frau sein musste.

Mario Pezzini, Leiter des OECD-Entwicklungszentrums, ist überzeugt, dass die Erfahrungen mit 'Saemaul Undong' auch anderswo erfolgreich wiederholt werden können. "92 Prozent der 3,3 Milliarden Menschen, die weltweit in ländlichen Gebieten leben, sind in Entwicklungsländern zu finden", sagte er im Interview mit IPS. Dieser Anteil werde bis zum Jahr 2028 voraussichtlich weiter wachsen. Die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse sei deshalb unerlässlich für die Umsetzung der SDGs.

Die meisten Armen lebten in ruralen Regionen, wo sie zunehmend benachteiligt würden. Die Städte könnten nicht alle von ihnen aufnehmen, sagte Pezzini. Da diese Menschen mit ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Instabilität konfrontiert seien, dürften sie nicht allein gelassen werden. (Deutsche Übersetzung: Corina Kolbe | 05.10.2015)

Dieser Artikel ist Teil eines IPS-Nordamerika-Medienprojekts in Zusammenarbeit mit dem Global Cooperation Council und Devnet Tokio.

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