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The adoption of the 2030 Sustainable Development Agenda, with its core set of 17 Sustainable Development Goals (SDGs), are the UN’s blueprint for achieving a happier and healthier world by 2030. But how do we all manifest these goals in our own lives? The Be the Change Initiative provides an opportunity for all of us to better “walk the talk” when it comes to the SDGs. This initiative guides and encourages us to live more sustainable in work and at home by changing our consumption patterns, using active transport such as cycling, and buying local foods.

News & Analysis

Reminiszenzen an die Vereinten Nationen und Japans Asien-Strategie

Von Prof. Makoto Taniguchi *

TOKIO (IDN) – Als die Vereinigten Staaten von Amerika die Vereinten Nationen in den 1980er Jahren als 'Unnütze Repräsentanz’ brandmarkten, benutzten junge Diplomaten, die als Regierungsvertreter für die Vereinten Nationen in New York abgestellt waren, den ironischen Ausdruck "Zombie"-Gruppe, um die Situation zu beschreiben, in der sie sich befanden.

Der Botschaftsrat der Sowjetunion, Sergej Lawrow, der unter seinen Kollegen wie ein Führer auftrat, war davon überzeugt, dass hinsichtlich dieser weltumfassenden Körperschaft etwas getan werden müsse, sonst würden er und andere zu Hause nicht respektiert werden. Daher inspirierte er die Gruppe, die schon dabei war, ihre Visionen zu verlieren, die Vereinten Nationen zu stärken.

Ich war auch ein Mitglied der so genannten "Zombie"- Gruppe. Aber zu meiner Überraschung agiert Lawrow – ein Mann mit starkem Ehrgeiz – seit 2004 bis heute unter dem aktuellen Putin-Regime als Russlands Außenminister. Mir scheint er ständig zu sagen, dass das, was eine peinliche UN-Ära zu sein schien, nicht unbedingt sinnlos war.

Die Nützlichkeit als Institution und die Bedeutung der Existenz der Vereinten Nationen sind immer Gegenstand der Diskussion gewesen. Aber ich denke, die Vereinten Nationen sind für den Menschen ebenso unverzichtbar wie die Luft. Wenn es keine Vereinten Nationen gäbe, müsste jedes Land und müssten vor allem kleine Länder leiden. Wir können die Bedeutung der Luft nicht wahrnehmen, wenn wir normalerweise atmen. So wie saubere Luft unser Leben unterstützt, müssen die Vereinten Nationen auch für jedes Land eine "saubere Präsenz" haben.

Ich verbrachte mein halbes Leben bei der UNO. Eine der verschiedenen Rollen, die ich spielte, war die, als Vorsitzender viele wichtige Konferenzen zu leiten. Ich glaubte, dass die Arbeit als Botschafter Japans wichtig war, bei großen Konferenzen der Vereinten Nationen aber den Vorsitz zu haben und diese zum Erfolg zu führen, würde noch viel wichtiger sein. Ich fühlte, dass es effektiver wäre, als Japaner den Vorsitz zu haben und das Gesicht der Vereinten Nationen zu sein, dort wo die Delegierten zusammenkommen, anstatt Zehntausende von Dollar beizusteuern.

Im Jahr 1987 zum Beispiel, das als die schwierigste Zeit für die Vereinten Nationen in einer ziemlich intensiven Phase des Nord-Süd-Konfliktes bekannt ist, wurde ich als Vorsitzender der Generalversammlung der 7. UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) nominiert. Diese Konferenz wurde für zwei Monate in Genf abgehalten und rund 5.000 Menschen – darunter Präsidenten und Premierminister – aus der ganzen Welt nahmen teil.

Ich war eher ein Verbündeter der Entwicklungsländer und Vertreter der wichtigsten Industrieländer, denen die Idee nicht gefiel, dass ich der Vorsitzende sein würde, sagten zu meiner Frau: "Ihr Mann versucht sich an einer gefährlichen Aufgabe, die seiner Karriere schaden wird. Lassen Sie ihn den Vorsitz aufgeben, nehmen Sie ihn irgendwo mit hin zum Bergsteigen, zum Beispiel im Schweizer St. Moritz oder so.“ Worauf meine Frau prompt antwortete:"… als Vorsitzender tätig zu sein, ist das Hobby meines Mannes, daher ist das eine große Herausforderung ". Die Konferenz war ziemlich zäh; sie dauerte mehrere Tage und Nächte und ich war zufrieden als ich die Konferenz erfolgreich abgewickelt hatte.

Ich erinnere mich lebhaft, dass bevor ich New York nach dem langjährigen Dienst bei der UNO verließ, zahlreiche Freunde und Bekannte an meiner Abschiedsparty teilnahmen. Danach wurde ich stellvertretender Generalsekretär der OECD in Paris und verbrachte dort sieben Jahre. Obwohl die OECD – im Gegensatz zu den Vereinten Nationen – hauptsächlich eine internationale Organisation für die Industrieländer ist, tat ich mein Bestes, die Beziehungen zu den Entwicklungsländern zu stärken.

Nachdem ich die OECD verlassen hatte und nach Japan zurückkam, begann ich über die künftige Position von Japan nachzudenken und über seine Rolle vor allem in Asien. Ein trilaterales System aus Japan, die Vereinigten Staaten und Europa gehört meiner Sicht nach der Vergangenheit an. Im 21. Jahrhundert sollte Japan mit China, Korea und den ASEAN-Staaten zusammenarbeiten, zunächst um eine "Ostasiatische Gemeinschaft" aufzubauen und um dann ein System zu erstellen, bei dem jedes Land zur Entwicklung von Ostasien mitarbeiten kann.

Wichtig ist hier, dass lediglich wirtschaftliche Gewinne zu erzielen nicht notwendigerweise zur Stärkung der internationalen Beziehungen führt. Es sei daran erinnert, dass die Handelskonflikte zwischen Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika in den 1990er Jahren eher die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verschlechterten.

Um eine neue Asien-Ära einzuläuten, ist es wichtig, die Japan-Korea und Japan-China-Beziehungen zu verbessern – angefangen bei der Lösung historischer Probleme und dem Ost-China-See-Hoheitsgewässer-Streit. Es ist auch sehr wichtig für jedes Land die sozialen und wirtschaftlichen Führer der nächsten Generation auf der Ebene eines gemeinsamen Bewusstseins einzubeziehen.

Dies umfasst, einige schwierige Fragen anzusprechen. Aber ich denke, die Vereinten Nationen sowie andere internationale Organisationen – NGOs und NPOs wie DEVNET – könnten eine bedeutende Rolle dabei spielen. DEVNET Japan ist bereits bei dieser wichtigen Aufgabe aktiv. Und ich möchte DEVNET Japan stark unterstützen, indem ich meine bisherigen Erfahrungen im Umgang mit entscheidenden Fragen zur Verfügung stelle.

* Prof. Makoto Taniguchi ist ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris, früherer Botschafter Japans bei den Vereinten Nationen in New York, und der ehemalige Präsident von Iwate Prefectural University. (16. März 2016)

Dieser Artikel ist Teil eines gemeinsamen Medienprojekts von IDN mit Global Cooperation Council und Devnet Japan.

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